Der Coop Vitality-Skandal

Hintergrund

Im Herbst 2025 fiel mir in einer Coop Vitality Apotheke in Bern eine laufende Werbekampagne für COVID-19-mRNA-Impfstoffe auf. Der zentrale Slogan „Schützen Sie sich und andere“ wurde prominent eingesetzt – eine Formulierung, die nach meiner Einschätzung wissenschaftlich nicht mehr haltbar war und den Tatbestand irreführender Heilmittelwerbung (§ 32 HMG) erfüllen könnte.

Eigene Initiative & erste Öffentlichmachung

Ich habe die Werbung fotografisch dokumentiert und die problematischen Aussagen öffentlich gemacht, u. a. über Social-Media-Beiträge auf X (hier klicken). Ziel war es, die Öffentlichkeit auf die Diskrepanz zwischen Werbeclaim und aktueller evidenzbasierter Lage hinzuweisen:

  • Offizielle Stellen (u. a. RKI-Update September 2025, BAG-Position 2022) stellen klar, dass mRNA-Impfstoffe keinen relevanten Schutz vor Infektion und Transmission bieten („deutlich geringer“ bzw. „kein Stopp von Übertragung“).

  • Der Slogan suggeriert hingegen einen Fremdschutz, der faktisch nicht existiert.

Diese Veröffentlichung erzeugte Resonanz und führte dazu, dass weitere Bürger und Organisationen auf den Fall aufmerksam wurden.

Von Beobachtung zur Strafanzeige

Das Werbeplakat in der Coop Vitality Apotheke, Wankdorf Center

Der offene Brief an Coop Vitality

Die Strafanzeige von MASS-VOLL! bei Swissmedic

Eskalation durch offenen Brief

Auf Basis der öffentlichen Kritik verfasste ich - als Präsidentin MASS-VOLL! Bern einen offenen Brief an Coop Vitality. Darin forderte ich:

  • Sofortigen Abbruch der Kampagne

  • Öffentliche Richtigstellung / Entschuldigung

  • Transparenz über die verwendeten wissenschaftlichen Grundlagen

Der Brief wurde per E-Mail und Post versandt; Coop Vitality erhielt eine Frist bis 3. Dezember 2025 für eine Stellungnahme.

Offizielle Strafanzeige durch MASS-VOLL!

Da keine zufriedenstellende Reaktion erfolgte, reichte MASS-VOLL! am 3. Dezember 2025 eine formelle Strafanzeige bei Swissmedic ein. Die Anzeige wirft Coop Vitality AG irreführende und verbotene Arzneimittelwerbung vor (Art. 32, 55, 66 HMG) und fordert u. a. ein sofortiges Verbot der Werbung sowie Konsequenzen.

Ergebnis & Bedeutung

Unter dem wachsenden öffentlichen Druck – ausgelöst durch die anfängliche Aufdeckung, Social-Media-Diskussionen und die Strafanzeige – zog Coop Vitality die umstrittene Kampagne offensichtlich zurück. Der Slogan „Schützen Sie sich und andere“ in Verbindung mit mRNA-Impfstoffen verschwand aus der sichtbaren Werbung.

Der Fall demonstriert eindrücklich, wie beharrliche Bürgerbeobachtung, gezielte Öffentlichkeitsarbeit und formelle Schritte zu konkreten Veränderungen führen können. Er unterstreicht die anhaltende Notwendigkeit kritischer Überwachung von Gesundheitswerbung – besonders wenn Claims gemacht werden, die nach offizieller Evidenz irreführend oder veraltet sind. Weitere Updates (z. B. zu Swissmedic-Reaktion oder Nachhaltigkeit des Rückzugs) folgen.